Häufige Fragen


Muss ich meine Leitungen bis 2015 prüfen lassen?

Nach den Regelungen der DIN 1986-30 sind Grundstücksentwässerungslagen für häusliches Abwasser alle 20 Jahre, spätestens bis zum 31.12.2015 auf Dichtheit zu  prüfen. Kommunen können dann die Grundstückseigentümer auffordern, wenn Sie diese Norm in Ihrer Abwassersatzung aufführen. Die Göttinger Entsorgungsbetriebe fordern von den Grundstückseigentümern keine Erbringung von Dichtheitsnachweisen bis zum 31.12.2015, sondern stellen ihnen die Dienstleistung der Untersuchung und Beratung im Rahmen des Göttinger Kanalsanierungsmodells kostenfrei zur Verfügung. So sollen nach und nach alle Grundstücke im Göttinger Stadtgebiet untersucht werden.


Wer bezahlt die Kamerainspektion/Dichtheitsprüfung?

Liegt Ihr Grundstück innerhalb eines Kanalsanierungsgebiets, führen Ingenieurbüros im Auftrag der Göttinger Entsorgungsbetriebe alle erforderlichen Untersuchungen, die Begleitung und die Beratung durch.

Dieser Service steht Ihnen auch zur Verfügung, wenn Ihr Grundstück außerhalb eines Kanalsanierungsgebietes liegt. In diesem Fall müssen Sie jedoch im Vorfeld bestätigen, dass Sie eventuell auftretende Schäden an Ihren Entwässerungsleitungen in einem angemessenen Zeitraum sanieren.


Mir wird eine billige Kanalinspektion/Dichtheitsprüfung/Sanierung an der Haustür angeboten, was tun?

Leider gibt es auf dem Inspektions- und Sanierungsmarkt auch eine Reihe unseriöser Firmen (Kanalhaie). Diese Firmen gehen wie Drückerkolonnen auf Kundenfang. Bevorzugt werden ältere Eigentümer von Einfamilienhäusern an der Haustür angesprochen und regelrecht überrumpelt. Dabei wird meist zum niedrigen Pauschalpreis eine Untersuchung angeboten, der dann eine völlig überteuerte und technisch fragwürdige Sanierung folgt.

Schließen Sie keine Verträge an der Haustür. Fragen Sie im Zweifel lieber bei den Göttinger Entsorgungsbetrieben nach, ob es sich um eine seriöse Firma handelt.


Ich bin Mieter, betrifft mich die Kanalinspektion/ Dichtheitsprüfung auch?

Nur indirekt. Zwar ist der Eigentümer einer Immobilie für die Dichtheit der Kanäle verantwortlich, als Mieter müssen Sie jedoch der beauftragten Firma gegebenenfalls Zutritt zur Abwasseranlage gewähren.


Wenn bei der Prüfung ein Schaden festgestellt wird, muss er dann direkt behoben werden?

In Kanalsanierungsgebieten sollten die Sanierungsarbeiten an den privaten Entwässerungsleitungen in der Regel 2 Jahre nach dem Abschluss der öffentlichen Baumaßnahme durchgeführt worden sein.


Außerhalb der Sanierungsgebiete werden die Fristen individuell mit den jeweiligen Eigentümer einvernehmlich abgestimmt.


Bezahlt die Gebäudeversicherung die Sanierung der Abwasserleitungen

In einigen - meist älteren - Versicherungspolicen sind defekte Abwasserleitungen mitversichert. Voraussetzungen für eine Deckung der Sanierungskosten sind in der Regel:

  • eine Versicherungspolice mit der Klausel „erweiterte Versicherung von Ableitungsrohren auf dem versicherten Grundstück“
  • dass der Defekt der Leitungen dem versicherten Schadensbild entspricht. Häufig sind nur Bruchschäden versichert, also Risse, Scherben und Einbrüche.

Als Nachweis für eine defekte Leitung wird in der Regel eine dokumentierte TV-Inspektion anerkannt.


Bekomme ich Zuschüsse?

Nein. In Göttingen tragen allerdings die Göttinger Entsorgungsbetriebe in Kanalsanierungsgebieten und bei bestimmten Voraussetzungen auch außerhalb die Kosten für die Untersuchung der Entwässerungsleitungen und die individuelle Beratung durch ein Ingenieurbüro.


Bin ich auch für die Anschlussleitung im öffentlichen Straßenbereich zuständig?

Nein. In Göttingen ist die Grenze für die Zuständigkeit der Hausanschlussleitungen die jeweils erste öffentlich/private Grenze. Das bedeutet, dass jeder Grundstückseigentümer nur für die Leitungen auf seinem Grundstück zuständig ist. (Diese Regelung gilt nicht für private Sammelleitungen mehrerer Grundstückseigentümer.)


Beweist eine Kamerainspektion die Dichtheit?

Nein. In der Abwassersatzung der Stadt Göttingen ist geregelt, dass Schmutzwasserleitungen wasserdicht und dicht gegen den Einwuchs von Wurzeln sein müssen. Prüfverfahren für die Wasserdichtheit sind je nach Art des Kanals in der EN 1610 und im Merkblatt 143/6 DWA (ehemals ATV) beschrieben. Mit einer Kamera-Inspektion lässt sich kein Dichtheitsnachweis führen, es können nur sichtbare Schäden und damit Undichtigkeiten festgestellt werden. Langjährige Erfahrungswerte aus Göttingen haben gezeigt, dass auch ein Großteil der optisch unauffälligen Kanäle bei einer Prüfung mit Wasser „durchfallen“.


Warum müssen Grundstücksentwässerungen dicht sein?

Undichte Abwassersysteme auf Grundstücken können zum Austritt von Abwasser führen, das Boden und Grundwasser verunreinigt und schlimmstenfalls die Trinkwassergewinnung gefährden kann.


Über undichte Grundstücksentwässerungen dringt außerdem häufig Grundwasser ins öffentliche Schmutzwassernetz ein. Dieses „Fremdwasser“ führt zur hydraulischen Überlastung von Kanalnetzen und Kläranlage und sorgt dafür, dass öffentliche Kläranlagen mit schlechterem Wirkungsgrad arbeiten. Fremdwasser belastet die Gebühr zudem mit erheblichen Kosten.


Werden die sanierten/ neu gebauten Kanäle auch auf Dichtheit geprüft?

Ja. In Göttingen werden alle neu gebauten oder sanierten Schmutzwasserkanäle auf Dichtheit überprüft. Diese Erfolgskontrolle ist auch für die Grundstückseigentümer wichtig, da ohne Abnahmeprüfung nicht sichergestellt ist, ob die Baufirmen auch richtig gearbeitet haben.


Was ist zu tun, wenn meine Grundstücksentwässerung undicht ist?

Erweisen sich Schmutzwasserkanäle als undicht, sind sie nach Vereinbarung mit den Göttinger Entsorgungsbetrieben innerhalb einer bestimmten Frist zu sanieren.


Innerhalb von Kanalsanierungsgebieten endet diese Frist meist 2 Jahre nach Beendigung der öffentlichen Baumaßnahme.


Was kostet die Sanierung?

Die Höhe der Sanierungskosten hängt natürlich immer von der Größe der Entwässerungsanlage ab. Umfragen unter Göttinger Grundstückseigentümern haben ergeben, dass bei üblicher Wohnbebauung (Ein- und kleinere Mehrfamilienhäuser) die Kosten im Durchschnitt zwischen 5.000 und 10.000 Euro betragen.


Kann man Kosten durch Eigenleistungen senken?

Verfügt ein Grundstückseigentümer über die notwendige Fachkenntnis Rohrleitungen nach den technischen Normen zu verlegen, darf er in Göttingen die Arbeiten auf seinem Grundstück auch selbst ausführen. Die neuen oder sanierten Leitungen werden in jedem Fall von den Göttinger Entsorgungsbetrieben durch eine Dichtheitsprüfung abgenommen.


Werden Grundstücke nur in Göttingen untersucht oder auch anderswo?

Göttingen nimmt bundesweit eine gewisse Vorreiterrolle bei der Grundstücksbearbeitung nach dem Göttinger Modell ein. Das liegt aber vor allem daran, dass die Göttinger Entsorgungsbetriebe selbst die Untersuchungen und Beratungen auf den Grundstücken finanzieren. Die Notwendigkeit dichte Grundstücksentwässerungsanlagen herzustellen und zu betreiben gibt es aber auch in anderen Städten bzw. Bundesländern.


In Nordrhein-Westfalen beispielsweise regelt ein eigenes Gesetz (§61a Landeswassergesetz) bis wann die Grundstücksentwässerungsanlagen auf Dichtheit geprüft werden müssen. In Schleswig-Holstein gibt es unter Federführung des Ministeriums ebenfalls eine große Kampagne zur Prüfung der privaten Abwasserleitungen. Einzelne Städte oder Gemeinden, die im Bereich Grundstücksentwässerung sehr aktiv sind, sind z.B. Gemeinde Schwanau (Baden-Württemberg), Stadt Köln, Lünen, Reichshof, Billerbeck (Nordrhein-Westfalen), Wolfsburg, Abwasserverband Matheide (Niedersachsen).


Ich möchte Umbauarbeiten an meinem Haus durchführen, was muss ich beachten?

Geeigneter Schutz vor Rückstau, Herstellung dichter Schmutzwasserleitungen, Trennung von Schmutz- und Niederschlagswasser sind nur einige Punkte, die Bauherren oft bei Umbauarbeiten vergessen. Grundsätzlich gilt jedoch: Alle Änderungen an den Grundleitungen Ihrer Entwässerungsanlage sind genehmigungspflichtig. Sprechen Sie uns deshalb vor der Durchführung Ihrer Baumaßnahme an, damit wir Sie ausführlich beraten können. So schützen Sie sich am besten vor späteren, vielleicht teuren Sanierungen.


Warum muss ich Kontrollschächte bauen?

Kontrollschächte dienen der Reinigung, Inspektion und Sanierung der Abwasserleitungen. Eine Revisionsöffnung, die innerhalb des Hauses versteckt ist, erfüllt diese Aufgaben nicht. In der Abwassersatzung ist die Forderung nach Kontrollschächten schon seit vielen Jahren fest verankert.


Ist es zulässig einen Revisionsschacht mit Erdreich zu überdecken und zu bepflanzen?

Nein. Ein Kontrollschacht soll eine schnelle Zugänglichkeit zum Kanalnetz ermöglichen. Ist die Schachtabdeckung verschüttet, so ist dies nicht mehr gegeben. In vielen Fällen wissen die Eigentümer dann auch meist gar nicht mehr, dass überhaupt ein Kontrollschacht existiert.


Darf Drainagewasser in die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden?

Gemäß der Abwassersatzung der Stadt Göttingen darf Drainagewasser in den Regenwasserkanal abgeleitet werden. Hierfür werden keine zusätzlichen Gebühren erhoben.


Muss Regenwasser immer in den Kanal eingeleitet werden?

Nein. Unter bestimmten Voraussetzungen können Grundstücke ganz oder teilweise vom Anschluss- und Benutzungszwang für Regenwasser befreit werden. Dies betrifft z.B. Grundstücke, die direkt an ein Gewässer angrenzen oder die ihr Regenwasser auf dem Grundstück versickern. Die Versickerung von Regenwasser ist aufgrund besonderer geologischer Verhältnisse leider nur in wenigen Gebieten Göttingens möglich. Wir informieren Sie gerne, ob Ihr Grundstück für eine Versickerung geeignet ist.

Die Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang kann auf schriftlichen Antrag erteilt werden.