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Unser Kanalnetz
Bei über 720 km öffentlichen Kanälen und mehr als 600 km Anschlussleitungen zu 20.000 Grundstücken ist es schwer, den Überblick zu behalten. Schäden im Kanalnetz und betriebliche Probleme nehmen zu, je älter die Kanäle werden. Manchmal ändern sich rechtliche Regelungen, die eine Überarbeitung des Kanalnetzes erfordern. Auch die Nutzungsansprüche ändern sich mit der angeschlossenen Bebauung und der Bevölkerungsstruktur. Mehr als genug Gründe, ein detailliertes Konzept zu erarbeiten, wie häufig Kanäle inspiziert werden und welche Prioritäten bei der Sanierung gesetzt werden.
Das Kanalsanierungskonzept
Ein Hauptaugenmerk der Kanalsanierung ist der Werterhalt. Es muss stets in den Unterhalt des Kanalnetzes investiert werden, um die Entsorgungssicherheit des Abwassers zu gewährleisten. Ein Neubau von durch mangelnde Pflege unbrauchbar gewordenen Kanälen ist deutlich teurer als Wartungs- und Reparaturarbeiten und würde die Probleme von heute auf die zukünftigen Generationen verlagern.
Der zweite Fokus liegt auf der Fremdwasserreduzierung. Unter Fremdwasser versteht man Grund- und Regenwasser, welches durch undichte Kanäle oder falsch angeschlossene Dach- und Straßenentwässerungen in die Schmutzwasserkanalisation eindringt und die auf der Abwasserreinigungsanlage im Rinschenrott anfallende Abwassermenge künstlich erhöht, was mit großen Kosten verbunden ist. Um das Fremdwasser effektiv zu reduzieren, werden private Grundstücke bei öffentlichen Sanierungsmaßnahmen mit einbezogen.
Die GEB sind nicht die einzigen Bautätigen im Straßenraum: Die Fachdienste StadtRaumManagement und StadtRaumNeubau, die Stadtwerke Göttingen, die EAM Netz GmbH und verschiedene Telekommunikationsunternehmen sind ebenfalls beteiligt. Wann immer möglich, arbeiten wir Hand in Hand, um Beeinträchtigungen für unsere Bürger zu reduzieren. Wir nennen das Mehrspartenansatz.
Unabhängig von diesen übergeordneten Strategien gibt es Schäden, die sofort saniert werden müssen. Nach dem „Feuerwehrprinzip“ rücken unsere unterbeauftragten Baufirmen kurzfristig an, um Rohrbrüche, Verstopfungen und andere Probleme zu beseitigen, die die Entsorgungssicherheit des Abwassers bedrohen.
Untersuchung und Zustandsbewertung von Kanälen
Mittels fahrbarer Kamerawagen werden Kanäle optisch untersucht („TV-Inspektion“). Systematisch soll dabei jeder Kanal ein Mal alle 15 Jahre auf seinen Zustand hin geprüft werden. Dafür stehen uns verschiedene externe Dienstleister zur Verfügung. Auch bei betrieblichen Problemen ist eine TV-Untersuchung die erste Wahl, um den Ursachen auf den Grund zu gehen, denn nur ein Bruchteil der Göttinger Kanäle ist so groß, dass man sie begehen könnte. Neu gebaute Kanäle werden nach ihrer Fertigstellung sowie vor Ablauf der Gewährleistungszeit befahren, um die ordnungsgemäße Herstellung zu dokumentieren.
Nicht alle Mängel – insbesondere Undichtigkeiten – sind auf den Kameraaufnahmen ersichtlich. Deshalb werden zusätzlich Dichtheitsprüfungen durchgeführt, bei denen der Kanal verschlossen und dann ein Über- oder Unterdruck mit Wasser oder Luft aufgebaut wird. Dieser muss nach den geltenden Vorschriften eine bestimmte Zeit halten. Neben der Fremdwasserreduktion ist die Dichtigkeit des Kanals auch für den Schutz des Grundwassers und die Standsicherheit des Rohr-Boden-Systems wichtig.
Mit Hilfe der Kanalinspektion können unter anderem Schäden, Ablagerungen und Hindernisse im Kanalnetzt erkannt und dokumentiert werden. Die einzelnen Schäden werden im Anschluss an die Befahrung erneut begutachtet und von uns klassifiziert. Mit Hilfe dieser Klassifizierung ist es uns dann möglich, die zukünftigen Kanalbaumaßnahmen und Sanierungen zu planen.
Sanierungsverfahren
Zur Sanierung stehen je nach Schadensbild und Sanierungsanlass verschiedene Methoden zur Verfügung. Jedes Verfahren hat seine Vor- und Nachteile, die vor der Sanierung abgewogen werden müssen.








