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Überflutungsvorsorge in Göttingen
Generalentwässerungsplanung
Die ersten hydraulischen Berechnungen des Göttinger Entwässerungsnetzes wurden zwischen 1973 und 1979 durchgeführt. In dieser Zeit konnten durch die fehlende und teure Software nur etwa alle 20-30 Jahre Berechnungen des Entwässerungssystems vorgenommen werden. Mit dem heutigen technischen Fortschritt ist es nun möglich, konstant eine Aktualisierung des hydraulischen Nachweises vorzunehmen.
Durch die Erstellung eines Generalentwässerungsplans (GEP) kann das bestehende Kanalnetzsystem nachberechnet werden, um mögliche hydraulische Engpässe zu erkennen.
Hierbei kommt es insbesondere zu einer Anpassung der Rohrdimensionierungen an den hydraulisch bestmöglichen Fall. Auch bei der Erschließung von Neubaugebieten wird der GEP hinzugezogen werden, um Auswirkungen der zusätzlichen Abwassermenge auf das vorhandene Netz abzuschätzen. Insgesamt wird durch den GEP ein umfassender Überblick über die hydraulische Leistungsfähigkeit und Funktionsfähigkeit des Kanalnetztes geschaffen.
Hochwasserschutz für Abwasseranlagen
Aufgrund des Klimawandels und zunehmender Extremwetterereignisse steigt die Gefahr von Hochwasserereignissen. Kommunale Maßnahmen zum Hochwasserschutz sind deshalb unerlässlich, insbesondere für Abwasseranlagen, die bei Überflutungen gefährdet sind. Ohne ausreichende Schutzvorrichtungen kann Hochwasser aus Gewässern, wie der Leine in das Regenwasserkanalsystem eindringen und tiefer liegende Stadtgebiete überfluten. Dabei tritt Wasser aus Straßeneinläufen, Schachtdeckeln oder Entwässerungsanlagen auf Grundstücken aus und kann zu Rückstau und Überflutungen führen. Die Hochwasservorsorge ist ein integraler Bestandteil des städtischen Risikomanagements und zielt auf den Schutz von Menschen, Umwelt und Sachwerten ab.
Eine Überprüfung der Abwasserausläufe in Göttingen zeigte, dass viele Schutzanlagen nicht den heutigen Standards entsprechen und dringend verbessert werden müssen. Dabei wurden prioritäre Maßnahmen in der Carl-Mahr-Straße, am Schützenplatz und im Schiefer Weg identifiziert, die bereits in Betrieb gegangen sind.
Wenn die Leine einen bestimmten definierten Pegel erreicht, das sogenannte Schutzziel, verschließt sich ein Schieber, so dass das Flußwasser nicht in das Niederschlagswassernetz eindringen kann.
Zukünftig werden weitere Bauwerke errichtet und bestehende optimiert, damit die Entsorgungssicherheit bei Hochwasser gewährleistet ist.







