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Kanalsanierung
Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Thema Kanalsanierung auf privaten Grundstücken.
Warum müssen Entwässerungsleitungen saniert werden?
Viele Entwässerungsleitungen sind mittlerweile in die Jahre gekommen und entsprechen nicht mehr dem aktuellen Standard. Sie weisen diverse Schäden wie Wurzeleinwüchse, verfestigte Ablagerungen, Scherbenbildungen, Einbrüche und Rohrverschiebungen auf, was zu Abflussproblemen führen kann. Es fehlen auch oft Übergabeschächte und Rückstausicherungen.
Über undichte Entwässerungsleitungen dringt häufig Grundwasser ins öffentliche Schmutzwassernetz ein. Dieses „Fremdwasser“ führt zur hydraulischen Überlastung von Kanalnetzen und Kläranlage und sorgt dafür, dass die öffentliche Kläranlage mit einem schlechterem Wirkungsgrad arbeitet. Fremdwasser führt zudem zu höheren Kosten.
Undichte Entwässerungsleitungen auf Grundstücken können des Weiteren zum Austritt von Abwasser führen, welches Boden und Grundwasser verunreinigt und schlimmstenfalls die Trinkwassergewinnung beeinträchtigen kann.
Bei Fragen rund um die Kanalsanierung stehen Ihnen die Mitarbeiter*innen der GEB kostenlos beratend zur Seite, gerne auch bei einem Ortstermin auf Ihrem Grundstück.
| TIPP: Nutzen Sie Gelegenheitsfenster! Oft kann eine Sanierung der Entwässerungsleitungen kostengünstig und schnell im Zuge anderer Sanierungsarbeiten mit erledigt werden. Denken Sie also bei Ihrer nächsten Baderneuerung, Kellersanierung, Gartenumgestaltung und Erneuerung der Zufahrt auch an die darunter liegenden Entwässerungsleitungen! |
Was ist ein Kanalsanierungsprojekt?
Die Sanierung von öffentlichen Abwasserkanälen findet in Göttingen immer gemeinsam mit allen angeschlossenen Grundstücken statt. Dies erfolgt jeweils in kleinen Projekten mit ca. 20 bis 50 beteiligten Grundstücken meist innerhalb eines Straßenzuges. Ziel ist es, neben den Erkenntnissen über die öffentlichen Kanäle auch den Zustand der privaten Grundstücksentwässerung zu kennen, um gegebenenfalls notwendige Sanierungen und Fehleinleitungen aufzuklären.
Für die Untersuchung der privaten Grundstücksentwässerungsanlagen beauftragen die Göttinger Entsorgungsbetriebe Ingenieurbüros, die über alle marktgängigen Untersuchungs- und Prüfverfahren verfügen. Die Mitarbeiter*innen der Büros beraten die Grundstückseigentümer*innen umfassend und kostenlos zu erforderlichen Sanierungen.
Auch während der Bauzeit begleiten die Ingenieurbüros und die GEB die Eigentümer*innen. Nach Abschluss der Baumaßnahme auf den privaten Grundstücken führen die Ingenieurbüros eine Abnahmeprüfung durch. Die Eigentümer*innen erhalten die Prüfprotokolle und einen aktualisierten Bestandsplan ihrer Entwässerungsanlage.
| Hinweis: Die kostenlose Untersuchung und Beratung stehen auch Grundstücken außerhalb von Kanalsanierungsprojekten zur Verfügung, wenn sich die Eigentümer*innen vorab bereit erklären, erkannte Mängel zu sanieren. |
Informationen über aktuelle und geplante Sanierungsprojekte finden Sie bei unseren Kollegen der Abteilung Kanalbau und -entwicklung.
Wie werden Kanäle untersucht?
Überprüfung auf Fehleinleitungen
Signalnebeluntersuchung
Hierbei wird Signalnebel in die öffentlichen Kanäle in der Straße eingeleitet und der Nebelaustritt an den Regenfallrohren, Bodeneinläufen, Drainagen, etc. auf Ihrem Grundstück beobachtet. Der Nebel ist gesundheitlich völlig unbedenklich. Mit dieser Methode können sehr einfach z. B. falsch an den Schmutzwasserkanal angeschlossene Regenfallrohre aufgespürt werden.
Farbwassertest
Beim Farbwassertest wird dem Abwasser ein intensiver, aber für die Umwelt ungefährlicher Farbstoff zugegeben. Damit kann sehr einfach der Fließweg des Schmutz- oder Regenwassers nachgewiesen werden.
Überprüfung des baulichen Zustands
TV-Inspektion
Die besten Erkenntnisse über den Zustand einer Entwässerungsleitung erhält man durch den Einsatz einer TV-Kamera. Hierbei werden kleine schwenkbare Kameras in die Rohrleitungen eingesetzt. Voraussetzung hierfür sind allerdings Zugänglichkeiten wie Schächte oder Revisionsöffnungen. Die festgestellten Schäden werden digital erfasst und in einem Bericht dokumentiert.
Dichtheitsprüfung
Da mit einer TV-Kamera nur optische Schäden und nicht die Dichtheit einer Leitung festgestellt werden können, wird eine Leitung zusätzlich mit Wasser auf Dichtheit geprüft. Dabei wird der zu untersuchende Abschnitt abgesperrt und mit Wasser befüllt. Die Höhe des Wasserverlustes innerhalb einer definierten Zeit bestimmt dann, ob die Prüfung bestanden wurde oder nicht.
Diese Dichtheitsprüfung für bestehende Grundstücksentwässerungsleitungen gemäß DIN 1986 Teil 30 ist ein rechtlich zugelassenes Verfahren, welches durch das Urteil des Verwaltungsgerichts Göttingen vom 11.01.2023 (AZ: 3 A 86/20) bestätigt wurde.
Wie können Kanäle saniert werden?
Offene Bauweise
Bei der offenen Bauweise wird der Rohrgraben von Hand oder mit dem Bagger freigelegt und danach erneuert. Das Aufgraben kann punktuell erfolgen, um Einzelschäden (beispielsweise einen Rohrversatz) zu reparieren, oder auch auf ganzer Länge. Bei einer kompletten oder teilweisen Sanierung wird das alte Rohr ausgebaut und die neue Leitung in bisherigen Leitungsgraben verlegt. Manchmal ist es sinnvoll, die neue Leitung an einer anderen Stelle in einer flacheren Lage zu bauen. Der alte Leitungsgraben kann dabei unberührt in der Erde bleiben und stillgelegt werden.
Abgehängte Leitungen
Leitungsschäden unter Kellersohle und Bodenplatte sind der komplizierteste Fall, der auftreten kann, da hier im gesamten Leitungsbereich die Bodenplatte aufgebrochen werden muss. Auch grabenlose Sanierungsmöglichkeiten sind wegen der erschwerten Zugänglichkeit nur eingeschränkt möglich.
Falls das Gebäude einen Keller hat, sollte das defekte Leitungssystem unter der Bodenplatte stillgelegt und durch ein neues, im Kellergeschoss abgehängtes Leitungssystem ersetzt werden.
Diese Lösung spart zum einen viele Kosten und bietet zum anderen künftig eine optimale Kontrolle und Zugänglichkeit der Abwasserleitungen.
Rohreinschub
Beim Rohreinschub wird auf oberirdische Bauarbeiten nahezu vollständig verzichtet. Stattdessen können sämtliche erforderlichen Arbeitsschritte von kleinen Baugruben oder punktuell errichteten Schächten ausgeführt werden. Bei dieser Sanierungsmethode wird in das alte Rohr ein neues Rohr eingeschoben.
Inliner-Verfahren
Beim Inliner-Verfahren wird das alte und beschädigte Abwasserrohr komplett von innen saniert. Hierbei wird ein mit Kunstharz getränkter Schlauch in das beschädigte Rohr eingezogen und mittels Luft oder Wasser an die Rohrwandung gepresst. Das Kunstharz härtet innerhalb einer definierten Zeit aus – so entsteht ein neues Rohr im Rohr.
Das Inliner-Verfahren kann nur angewendet werden, wenn die schadhaften Leitungen nicht abgesackt bzw. eingebrochen sind und sich keine Scherben gebildet haben.
Auch bei verzweigten Systemen ist das Inliner-Verfahren nur eingeschränkt anwendbar, da immer eine Zugänglichkeit (z. B. Revisionsöffnung oder Schacht) für den Schlaucheinzug vorhanden sein muss. Dies ist bei abzweigenden Leitungen meist nicht gegeben.



