Mehr als 300.000 Biotonnen in ganz Deutschland kontrolliert – über 9.000 wurden wegen Fehlbefüllung nicht geleert. Auch in der Stadt Göttingen waren die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) Teil der Aktion.
Seit der Verschärfung der Bioabfallverordnung im Mai 2025 gelten bundesweit niedrigere Grenzwerte für Fremdstoffe in Bioabfällen. Die jüngste Tonnenkontrollaktion von über 40 kommunalen Entsorgern hat gezeigt: Viele Bürger*innen trennen bereits besser – doch noch immer landet zu viel Plastik, Glas oder Restmüll in der Biotonne.
In Göttingen wurden im Zeitraum vom 15.09. bis 06.10.25 1764 Biotonnen kontrolliert, 37 davon konnten wegen Fehlbefüllung nicht geleert werden. Damit sind in Göttingen 2,1 % der Biotonnen stehen geblieben. Bundesweit liegt der Anteil der zurückgewiesenen Tonnen bei 3 Prozent.
Gesetzesverschärfung erhöht Druck auf Kommunen und Bürger
Die Novelle der Bioabfallverordnung verpflichtet seit Mai 2025 alle kommunalen Entsorger zu konsequenten Kontrollen. Ziel ist es, die Qualität des erzeugten Komposts zu sichern – denn zu viele Störstoffe gefährden die stoffliche Verwertung. Besonders problematisch: Plastiktüten, kompostierbare Folienbeutel, Glas und Metall. Sie müssen mit hohem technischen und wirtschaftlichen Aufwand aussortiert werden – oder sie landen schlimmstenfalls auf Feldern, in Gewässern oder in unserer Nahrungskette.
Es dürfen nicht mehr als 1 Prozent Kunststoffe und nicht mehr als 3 Prozent Störstoffe insgesamt über die Bioabfallsammlung in die Vergärungs- und Kompostierungsanlagen gelangen.
„Wir wollen nicht bestrafen, sondern aufklären“
Trotz der steigenden Anforderungen sehen die GEB die Aktion positiv. „Viele Rückmeldungen waren konstruktiv und unterstützend“, so Dirk Brandenburg, kaufmännischer Betriebsleiter der GEB. „Wir setzen weiterhin auf Dialog und Information – aber wir müssen auch konsequent handeln, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.“
Tonnenanhänger und Aufkleber während der Aktion gaben direkte Rückmeldung zum Zustand der Tonne – ein Ansatz, der laut den teilnehmenden Unternehmen auch in Zukunft fortgeführt werden soll.
Zahlen mit Klimarelevanz
Eine Quote von 3 Prozent nicht geleerter Tonnen bedeutet auf das Jahr gerechnet:
- rund 60.000 Tonnen weniger Kompost
- 16.500 Tonnen mehr CO₂-Ausstoß
- über 50.000 Menschen weniger, die mit Bioenergie versorgt werden könnten
„Das zeigt, wie viel Potenzial in einer sauberen Trennung steckt“, so Jens Ohde vom wirfuerbio e.V. „Jede korrekt befüllte Biotonne zählt für den Klimaschutz.“
Weitere Informationen zur Aktion:
