Am 24.09.2025, vollzogen die 21 rein kommunalen Gesellschafter der „Kommunale Nährstoffrückgewinnung Niedersachsen GmbH“, kurz KNRN, in Anwesenheit des niedersächsischen Umweltministers Christian Meyer und des Hildesheimer Oberbürgermeisters Dr. Ingo Meyer den symbolischen Spatenstich für die Errichtung der Mono-Klärschlammverbrennungsanlage auf dem Gelände im Hildesheimer Hafen.
Auch die Stadt Göttingen ist Gesellschafter der KNRN.
Mit den eigentlichen Bauaktivitäten wird im Oktober / November 2025 gerechnet. Den Spatenstich selbst führten Umweltminister Christian Meyer, Hildesheims Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer, Vertreterin des Aufsichtsrats Frau Sandra Bosold, Vertreterin des Aufsichtsrats Frau Maren Reimann, die KNRN-Geschäftsführer Dirk Brandenburg, Ralf Wilde, Dr. Erwin Voß und Dr. Jens Manthey sowie die Vertreter der ausführenden Firmen Herr Henrik Marschetzky für die Finsterwalder BauUnion GmbH und Herr Christian Lackinger für die Andritz AG aus.
Diesem Ereignis vorausgegangen sind fünf Jahre intensiver Planung und Konzeptionierung, sowie der Durchlauf eines Genehmigungsverfahrens gemäß BImSchG. Die Betriebsgenehmigung wurde am 21.08.2024 erteilt, die Anlage soll 2027 starten und wird langfristig 20 Arbeitsplätze schaffen.
Dazu sagte Umweltminister Christian Meyer: „Mit der modernen Anlage werden die im Klärschlamm enthaltenen Schadstoffe zerstört, aber der wertvolle Phosphor als Dünger und Rohstoff erhalten. Mit der Gestaltung der Phosphorrückgewinnung unternehmen Politik und Wirtschaft gemeinsame Anstrengungen, um die Recyclingkette zu etablieren und damit die Umwelt zu schonen.“
Hintergrund:
Die Mono-Klärschlammverbrennungsanlage im Hildesheimer Hafen ist auf einen Klärschlammdurchsatz von 33.500 t Trockensubstanz ausgelegt. Neben der gesetzlich geforderten, sicheren thermischen Verwertung des Klärschlamms, wird eine mit Phosphor angereicherte Asche produziert, die einem nachgeschalteten Phosphor-Recyclingverfahren zugeführt werden soll.
Neben den Anforderungen zur sicheren Klärschlammverwertung, die sich aus der novellierten Klärschlammverordnung (AbfKlärV) ergeben, wird die Anlage der KNRN zukünftig ebenso energieeffizient betrieben. Dazu wird die bei der Verbrennung freigesetzte Energie in Form von Fernwärme, in das zukünftige Hildesheimer Fernwärmenetz eingespeist. Rund 44,8 GWh/a können auf diese Weise für weitere Heizzwecke genutzt werden. Um diese Wärme bereitstellen zu können, wird am Standort Hameln eine zusätzliche Klärschlammtrocknungsanlage errichtet. Durch die dortige Volltrocknung des Klärschlamms werden „Wassertransporte“ vermieden.
Gleichzeitig wird durch die Trocknung der Heizwert des Klärschlamms erhöht. Diese Energie wird beim Einsatz in der Hildesheimer Mono-Klärschlammverbrennungsanlage wieder freigesetzt und kommt dem Hildesheimer Fernwärmenetz zugute. Bei all dem investitionsintensiven Aufwand verfolgt KNRN als kommunales Unternehmen keine Gewinnerzielungsabsichten. Für die rein kommunalen Gesellschafter steht die Entsorgungs- und Preissicherheit, bei voller Kostentransparenz, im Vordergrund. Damit bleibt die Entsorgung, im Rahmen der Daseinsfürsorge, bei der Abwasserbehandlung, durch die rein kommunale Gesellschafterstruktur der KNRN, in öffentlicher Hand.
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