Verbot einzelner Einweg-Plastikprodukte reicht nicht aus

02.07.2021 Erstellt von: GÖTTINGER ENTSORGUNGSBETRIEBE

Zum 03. Juli tritt das Verbot ausgewählter Plastikprodukte in Kraft. Es gilt für Einweggeschirr aus Polystyrol, Wattestäbchen, Luftballonstäbe. „Aus abfallwirtschaftlicher Sicht ist das ein Schritt, wenn auch nur ein kleiner, in die richtige Richtung“, so Heindorf, Sprecherin der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB). Das Müllproblem wird dadurch nicht gelöst, es werden weiterhin wertvolle Ressourcen verbraucht und der Klimaschutz konterkariert.

Lösungen im Bereich der to-go-Verpackungen existieren, werden aber vom Großteil der Gesellschaft leider noch nicht angenommen: Es gibt bereits einige Pool-Mehrwegsysteme für beispielsweise für to-go- Becher, Essensboxen wie Pizzakartons und Sushiboxen. Unter www.esseninmehrweg.de gibt es detaillierte Informationen dazu, auch Hintergrundwissen zu Hygiene und rechtlichen Fragen.

„Die weitergehende Vermeidung von to-go-Verpackungen wäre bestimmt auch im Göttinger Stadtgebiet wahrnehmbar. Verunreinigungen und Vermüllung sind ein ganz präsentes Sommerthema bei uns“, plädiert Heindorf für die Vermeidung von Einwegverpflegung.

Laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) müssten wir es schaffen, den Verpackungsabfall bis 2025 auf jährlich 120 Kilogramm/Einwohner*in zu halbieren. Allein das Verbot von Einwegartikeln aus Kunststoff löst das Müllproblem nicht, wenn die Einwegartikel dann aus anderen Materialien hergestellt werden. Denn der beste Abfall ist der, der erst gar nicht entsteht.

Restaurants, Bistros und Cafés sollen ab 2023 dazu verpflichtet werden, der Kundschaft auch Mehrwegbehälter anzubieten. Das sieht die Änderung des Verpackungsgesetzes vor. Damit soll die Verpackungsflut im to-Go-Bereich eingedämmt werden. Kleine Geschäfte wie Imbisse und Kioske mit bis zu fünf Mitarbeiter*innen und einer Ladenfläche kleiner als 80 Quadratmetern sind von der Mehrweg-Pflicht vorerst ausgenommen. Sie müssen ihren Kunden aber Essen oder Getränke auf Wunsch in mitgebrachte Behälter abfüllen. Auf diese Möglichkeit sollten sie ihre Kunden deutlich hinweisen.

Besuchen Sie auch unsere Online-Tauschbörse oder die Seiten der Abfallwirtschaftsberatung. Weitere Informationen erhalten Sie natürlich auch persönlich unter der Servicenummer 400 5 400.